Basketballverband Rheinland-Pfalz e.V.

TV Bad Bergzabern Spieler über seine Corona-Erkrankung

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In einem Bericht von Uwe Eid aus der Rheinpfalz vom 21.12.21 berichtet Leonard Laxa, Basketballer des Regionalligisten TV Bad Bergzabern, und seine Corona-Erkrankung:

„Als würden die Bronchien brennen“

Leonard Laxa ist ein Vorzeige-Korbjäger des TV Bad Bergzabern. Einer, auf den sich Trainer und Team verlassen können. Topleistungen kann er gerade nicht liefern. Das ist nach einer Covid-19-Infektion noch nicht möglich. „Im Alltag gibt’s keine Probleme mehr. Da habe ich die Krankheit gut überstanden. Wenn ich beim Sport nur bis 50 Prozent belaste, ist alles okay“, erzählt Laxa. „Doch wenn ich im Training oder bei Spielen volle Leistung gebe – dann fehlt die Luft. Das ist dann ein Gefühl, als würden die Bronchien brennen. Auch spüre ich danach Eisengeschmack im Mund.“ Laxa trainiert und spielt vorerst nicht. Um kein Risiko einzugehen. Untersuchungen bei einem Kardiologen und, wie Laxa hofft, auch bald bei einem Lungenfacharzt sollen Klarheit geben, ob die Einschränkungen Nachwirkungen der Corona-Erkrankung sein können. Laxa ist frustriert, weil seine sportliche Fitness nicht die ist wie vor der Infektion. Der begeisterte Basketballer und Radrennfahrer zählte immer zu den durchtrainiertesten TVB-Spielern.

Kaffee schmeckt wie warmes Leitungswasser

An den 26. Oktober erinnert sich Laxa genau. Ein anstrengender Tag. Lange in der Schule. Mit vollem Programm und anspruchsvollen Aufgaben als Förderschullehrer. Danach in seine Heimat nach Landstuhl. Oma hat Geburtstag. Gute Gelegenheit, die Familie zu treffen. Erst spät abends ist er in seiner Wohnung in Landau zurück. Bis dahin alles gut. Tags darauf plagt ihn Kopfweh. Laxa fühlt sich „schlapp“. Husten und Schnupfen kommen hinzu. Fieber auch. Zunächst Erleichterung: Der Covid-19-Test fällt negativ aus. Größere Sorgen macht er sich keine. Als Lehrer zählte er zum privilegierten Kreis und konnte sich früh im März impfen lassen. Mit Astrazeneca. Die zweite Impfung folgte im Mai. Wie empfohlen als Kreuzimpfung mit einem anderem Impfstoff. Eine normale Grippe eben – so seine erste Einschätzung. Einen Tag später ist der Schnelltest aber positiv. „Nur ein dünner Streifen bei positiv. Vielleicht ein falsches Ergebnis“, mutmaßt Laxa. „Sicherheitshalber ein zweiter Test. Jetzt leider mit dickem Balken an der eigentlich falschen Stelle.“ Die Bestätigung folgt viel später per PCR-Test. Da weiß Laxa längst, dass Corona ihn erwischt hat. „Richtig starker, unangenehmer Husten, tief über der Lunge. Extremer Druck im Kopf. Fieber. Ohrschmerzen. Langes, heftiges Niesen“, beschreibt der Pädagoge seine Leidenszeit. „Etwas später waren der Geruchs- und Geschmackssinn komplett weg. Wenn ich schwarzen Kaffee trank, schmeckte er wie warmes Leitungswasser.“ Noch krasser war es, als er auf eine rohe Knoblauch-Zehe biss: „Leicht scharf. Mehr nicht. Nichts vom typischen Knoblauchduft oder Geschmack zu spüren. Es war einfach nichts da“, blickt Laxa zurück. „Schlimm waren die permanente Müdigkeit und der schlechte Schlaf. Meist erst spät nachts konnte ich richtig einschlafen.“

Care-Paket gegen Quarantäne-Tristesse

Das Sprechen strengte an, weil die Luft wegblieb. Über eineinhalb Wochen. „Meine Eltern und Freundin Greta, die in Düsseldorf studiert, riefen regelmäßig an. Ich merkte schon nach dem dritten Satz, dass ich keine Kraft mehr habe. Deshalb hielt ich mich mit dem Erzählen zurück und reduzierte mich aufs Zuhören.“ Die Zeit der Quarantäne verging: „Ich habe tolle Freunde. Über Whatsapp sind wir gut vernetzt. Das half ungemein, wenn man nicht mehr aus der Wohnung und maximal auf den Balkon darf.“ Laxa erfuhr eine großartige Unterstützung: „Ich gab regelmäßig Bestellungen auf. Abends standen die Einkäufe oder warmes Essen vor der Haustür. Echt genial. Die Playstation 4 bekam ich von einem Kumpel geliehen. Was ich sonst nicht nutze. Meine Eltern schickten mir ein Modellauto, das ich zusammenbastelte. Wozu ich sonst keine Zeit habe. Das alles hat geholfen, abgelenkt zu sein und den langen Tag alleine in den vier Wänden herumzubekommen.“ Seine Freundin schickte ihm ein „Care-Paket“ mit Lebensmitteln, die er gerne mag. Da fehlte auch die Dose Fanta nicht – seine Lieblingslimonade. Wo er sich mit Corona angesteckt hat, konnte nicht lokalisiert werden. In der Schule gab es keine besondere Infektionslage. Dort werde regelmäßig gelüftet und ganztags Maske getragen, erzählt Laxa. Seine Oma, die Eltern und andere in seinem Umfeld steckten sich nicht an.

„Ich war super-froh, dass ich geimpft war. Gar nicht auszudenken, wie alles ohne Impfung verlaufen wäre“, sagt Laxa. Er ist dankbar, dass er während der Erkrankung zu Hause bleiben konnte: „Wenn man die Bilder aus den Kliniken sieht, wie Menschen auf den Bauch gedreht werden müssen, um besser Luft zu bekommen. Oder an Beatmungsmaschinen müssen. Auch wenn mein Impfschutz durchbrochen wurde, hatte ich keinen so schlimmen Verlauf. Impfen ist wichtig!“ Da er als Genesener nun einen hohen Anteil von Antikörpern besitze, werde er sich erst im April boostern lassen – so der Rat seines Arztes, der ihm vorher einen Antikörpertest zur Überprüfung empfiehlt. Bergzaberns Basketballer ist nach der Covid-Infektion wieder stabil und mental stark. Auch wenn er sich noch Tests beim Herzspezialisten und Pneumologen unterziehen wird. Er fühlt sich im „normalen“ beruflichen und privaten Leben wieder völlig fit. Er packt alles an ohne Angst. Im Schulalltag. Ebenso in der Freizeit. „Klar gehe ich wie früher mit Freunden essen. Ich war auch schon auf dem Weihnachtsmarkt,“ sagt Laxa. „Natürlich meide ich größere Menschenansammlungen. Genauso Großveranstaltungen und aktuell auch Clubs und Bars.“ Das würden die meisten so machen. Sich vernünftig zu verhalten, sei in den aktuellen Zeiten eben einfach wichtig. Der 26-Jährige hat am eigenen Leib erfahren, dass Corona kein Pappenstiel ist.

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